Bild: Aaron Amat – fotolia.de

Frühjahrsmüdigkeit – das müsst ihr wissen

Endlich ist er da, der langersehnte Frühling. Die Temperaturen steigen und die Tage werden wieder länger. Wenn das nicht ein Grund zur Freude ist. Und doch, gerade jetzt überfällt sie uns, die viel zitierte Frühjahrsmüdigkeit. Statt aktiver zu werden, ist es bei vielen eher umgekehrt: wir fühlen uns schlapp, müde und antriebslos. Aber warum ist das eigentlich so? Und was hilft dagegen?

Was genau die Ursachen der Frühjahrsmüdigkeit sind, kann die Wissenschaft bis heute nicht eindeutig erklären. Klar ist nur: es gibt sie und sie ist nicht nur ein eingebildetes Phänomen. Zumindest in unseren Breiten. Denn die Ursachen liegen vor allem darin, dass sich bei uns Temperatur und Lichtverhältnisse mit den Jahreszeiten merklich ändern. Und dies wiederum hat merklichen Einfluss auf viele von uns.

Ursachen für Frühjahrsmüdigkeit

Aus heutiger medizinischer Sicht liegt die Frühjahrsmüdigkeit in erster Linie an einem hormonellen Ungleichgewicht der zwei für den Schlaf-Wach-Rhythmus verantwortlichen Hormone Melatonin und Serotonin.

Serotonin ist für die Aktivierung des Körpers und für gute Stimmung zuständig. Seine Produktion ist abhängig von Tageslicht. Melatonin macht – vereinfacht ausgedrückt – müde und ist zuständig für einen erholsamen Schlaf in der Nacht.

Werden die Tage kürzer und kälter, reagiert auch unser Körper auf diese Veränderungen. Er schützt sich, indem er seine Temperatur um ein paar Zehntel Grad Celsius senkt, den Blutdruck erhöht und vermehrt Melatonin bildet. Diese Umstellung geschieht nicht über Nacht, sondern dauert seine Zeit. Und kaum hat sich unser Körper richtig auf den Winter eingestellt, kommt der Frühling und wirft Stoffwechsel und Hormonhaushalt wieder durcheinander.

Die steigenden Temperaturen sorgen nun dafür, dass die Körpertemperatur wieder steigt, die Blutgefäße weiten sich und der Blutdruck sinkt. Gleichzeitig hat uns das Schlafhormon Melatonin noch im Griff, denn das zunehmende Tageslicht kurbelt die Serotoninherstellung nur langsam an. Bis die innere Uhr wieder richtig läuft kann es daher zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit kommen. Tatenlos zusehen müsst ihr dem aber nicht, denn es gibt Mittel und Wege, der Frühjahrsmüdigkeit ein Schnippchen zu schlagen.

Aktiv gegen Frühjahrsmüdigkeit

Tageslicht nutzen

Wie wäre es, sich einfach der Natur anzupassen? Versucht morgens so früh wie möglich aufzustehen, um das vorhandene Tageslicht aktiv zu nutzen. Durch die Einwirkung von Sonnenlicht wird die Serotoninproduktion aktiviert und der Melatoninspiegel gesenkt. Wichtig dabei: die Sonnenbrille sollte nach Möglichkeit vermieden werden, denn zur Serotoninbildung müssen die UV-Strahlen auch direkt auf die Netzhaut des Auges treffen.

Der Aufenthalt im Freien kann außerdem auch dazu beitragen, den im Winter gesunkenen Vitamin-D-Speicher langsam aufzufüllen. Denn das sogenannte Sonnenvitamin wird mithilfe des Sonnenlichts von der Haut selbst gebildet.

Sauerstoff tanken

Frische Luft vitalisiert und kann gegen Frühjahrsmüdigkeit wahre Wunder bewirken. Stickige Büroluft dagegen wirkt sich negativ auf die Konzentration aus. Öffnet am besten in regelmäßigen Abständen das Fenster und atmet ein paar Mal kräftig durch. Das belebt Körper und Geist und versorgt das Gehirn mit frischem Sauerstoff, um anschließend konzentrierter weiterzuarbeiten.

Bewegung gegen Frühjahrsmüdigkeit

Nichts ist so anregend wie Bewegung – egal wann und am besten an der frischen Luft. Der Kreislauf kommt dabei in Schwung, der Stoffwechsel wird angeregt und die Muskeln sowie Verspannungen lockern sich. Bewegung tut dem Körper gut. Ob beim Spaziergang in der Natur, einer gemütlichen Radfahrt oder beim Joggen. Ist es draußen zu kalt? Dann können auch Yoga, Pilates oder Stretching weiterhelfen.

Leichte Mahlzeiten einnehmen

Oftmals liegen die üppigen und schweren Mahlzeiten der Winterzeit schwer im Magen. Versucht sie nach und nach wieder gegen leichtere Gerichte zu tauschen. Hilfreich ist es ebenfalls mehrere kleine Mahlzeiten einzunehmen. Ihr könnt auch versuchen das Mittagessen in zwei Portionen aufzuteilen. Das hilft dabei, den Magen nicht zu sehr zu belasten und es verhindert möglicherweise das Mittagstief. Bei Frühjahrsmüdigkeit fördert es auch die Aktivität des Organismus. Zudem bietet eine ausgewogene Ernährung dem Körper wichtige Vitalstoffe die den Energiestoffwechsel fördern. Hierunter fallen unter anderem die Mineralstoffe Eisen, Calcium, Magnesium und Kupfer sowie eine Reihe von B-Vitaminen und Vitamin C.

Regelmäßiges saunieren hilft Frühjahrsmüdigkeit abzuschwächen

Durch den Winter ist der Körper an niedrige Temperaturen angepasst. An frühlingshafte Temperaturen muss sich der Körper erst wieder gewöhnen. Regelmäßiges Saunieren hilft dabei nicht nur bei der Vorbeugung von Erkältungen und der Stärkung des Immunsystems. Durch die sich ändernden Temperaturen und den schnellen Wechsel zwischen heiß und kalt, erweitern sich die Gefäße und der Kreislauf gerät in Schwung – der Körper wird abgehärtet und reagiert nicht mehr so empfindlich auf Temperaturwechsel im Allgemeinen. Weiterhin werden durch das Saunieren innere Reinigungsprozesse und die Entschlackung angeregt. Für einen positiven Effekt sollten pro Saunabesuch zwei bis drei Saunagänge durchgeführt werden. Ganz nebenbei gönnt ihr euch dadurch eine kleine, wohlverdiente Auszeit, die sich positiv auf die Stimmung auswirkt.

Soziale Kontakte pflegen

Die Frühjahrsmüdigkeit verführt zum „Einigeln“. Genügend Motivation für den Weg vor die Tür verschafft euch vielleicht Verabredungen mit Freunden. Mit der festen Verabredung lösen wir uns wie von selbst vom Sofa. Oder würdet ihr euren Freunden lieber wieder absagen? 😉

Ganz gleich, welche der genannten Tipps ihr ausprobieren möchtet: Bewegung in jeder Form, ausreichend Tageslicht und eine ausgewogene Ernährung können auch präventiv gegen Frühjahrsmüdigkeit helfen. Probiert es aus 🙂

ZURÜCK